KW 24: Angezündeter Obdachlose: Prozess endet mit Haftstrafen, Wo in Neukölln der Müll liegt, Wer in Neukölln eine Wohnung sucht…

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Liebe Leser, es ist nicht unsere Absicht. Wir lieben eigentlich den konstruktiven, positiven Journalismus, aber Neukölln macht in dieser Woche seinem Ruf als Kriminalitätshochburg alle Ehre. Da sind die Prozesse: Das Verfahren um den angezündeten Obdachlosen geht zu Ende. Das Verfahren um den U-Bahntreter beginnt. Eine Razzia wird beim Clan-Chef durchgeführt. Selbst Bordelle sind nicht vor Überfällen sicher und überall liegt der Müll. Frägt man sich schon, warum hier ständig die Mieten steigen…

\ NEUKÖLLN AKTUELL /

Angezündeter Obdachlose: Prozess endet mit Haftstrafen. Nach einer Feuerattacke gegen einen schlafenden Obdachlosen in einem Berliner U-Bahnhof ist der Haupttäter am Dienstag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den 21-Jährigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung schuldig und ließ damit den Vorwurf des versuchten Mordes fallen. Nach ersten Informationen wurden zudem drei Mitangeklagte im Alter von 17 bis 18 Jahren wegen Beihilfe zu Jugendstrafen von jeweils acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zwei weitere Angeklagte im Alter von 16 und 19 Jahren bekamen wegen unterlassener Hilfeleistung jeweils vier Wochen Arrest und müssen gemeinnützige Arbeit leisten.
inforadio.de

Wo in Neukölln der Müll liegt. Die Neuköllner Mülldebatte geht in eine neue Runde. Jetzt hat der Bezirk 15 Orte identifiziert, an denen immer wieder Müll abgelagert wird. Dies sind: Warthestraße / Wartheplatz / Oderstraße, Weserstraße, Schillerkiez, Stuttgarter Straße, Mittelweg, Mittelbuschweg, Kielhufer / Mergenthalerring / Dieselstraße, Karl-Marx-Straße, Sonnenallee, Hermannstraße, Donaustraße, Reuterstraße, Boddinstraße, Hobrechtstraße, Gerlinger Straße / Kölner Damm…
tagesspiegel.de

Kiezübergreifende Förderung. Die Bezirksämter in Neukölln und Tempelhof-Schöneberger wollen mit einem gemeinsamen Förderprogramm die Nachbarschaft im Quartier Germaniagarten und Silbersteinstraße stärken. Das Pilotprojekt ist mit seinem bezirksübergreifenden Charakter berlinweit einzigartig. Es steht ein Kiezfonds zur Verfügung, aus dem Anwohner bis zu 1000 Euro für kleinere Projekte beantragen können. Außerdem werden Neuköllner Akteure zum nächsten Stadtteilfest an der Rohrbeckstraße eingeladen. Ausdrücklich willkommen sind sie auch im Nachbarschaftshaus „Berliner Bär“ in der Holzmannstaße 18, – dort finden zum Beispiel Nähkurse für Flüchtlingsfrauen und Kindertheaterproben statt. Finanziert wird das Ganze mit Mitteln aus dem Topf „Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften“.
berliner-woche.de

Mord an Ali O.. Razzia bei Clanchef in Buckow bz-berlin.de
Keine ansteckende Tropenkrankheit. Feuerwehr gibt nach Seuchenalarm in Neuköllner Arztpraxis Entwarnung rbb-online.de
Neues Betonpflaster. Bezirk will den Radweg am Neudecker Weg instand setzen. morgenpost.de

Welle der Solidarität nach Drohungen aus linksradikaler Szene für Kiezblatt. Wegen eines geplanten Kneipengesprächs mit dem AfD-Politiker Andreas Wild wurde das Neuköllner Szeneblatt „Kiez und Kneipe“ massivst von der linken Szene bedroht. Dabei wollte man doch keineswegs sich pro AfD positionieren, sondern mit allen Parteien das Gespräch suchen. Selbst Drohungen gegen Leib und Leben gab es. Die Veranstaltung wurde schließlich abgesagt. Aber wie ging es danach weiter? Wären mehrere Anzeigenkunden abgesprungen wie von dem Linksbündnis „Solidarische Aktion Neukölln“ gefordert, wäre das Blatt pleite gewesen. Aber die Drohungen liefen ins Leere. Nur ein Kunde zog seine Anzeige zurück. „Die Werbekunden waren entsetzt“, sagt Chefredakteurin Petra Roß. Ein neuer Interessent erkundigte sich sogar nach den Werbepreisen. Positiv auch die Reaktion der Leser. „Wir hatten ganz viele Zuschriften, die uns unterstützten“, so Roß.
tagesspiegel.de

Prozess gegen U-Bahntreter beginnt. An diesem Donnerstag beginnt vor dem Landgericht Berlin nun der Strafprozess gegen den mutmaßlichen U-Bahn-Treter vom Bahnhof Hermannstraße. Der 28-jährige Svetoslav S. muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Zudem steht er wegen des Vorwurfs exhibitionistischer Handlungen vor Gericht. Er soll sich am 13. Oktober des vorigen Jahres am hellichten Tag in einem Park vor zwei Mädchen und später vor einer Frau entblößt und masturbiert haben.
berliner-zeitung.de, tagesspiegel.de, morgenpost.de

Überfall auf Bordell – Polizei bittet um Mithilfe. Mit der Veröffentlichung eines Videos und Bildern aus einer Überwachungskamera sucht die Polizei Berlin nach zwei Männern, die versucht hatten, ein Bordell in der Karlsgartenstraße zu überfallen. Die Tatverdächtigen hatten drei Mitarbeiter im Alter von 36, 39 und 46 Jahren mit einem Messer bedroht und mit Reizgas besprüht. Einer der Bordellmitarbeiter wehrte sich, griff zu zwei Beilen und verjagte die Tatverdächtigen. Die Gesuchten flüchteten ohne Beute durch ein Kellerfenster ins Freie. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei der Polizeidirektion 5 in der Jüterboger Straße 4 in Kreuzberg unter der Telefonnummer (030) 4664-573100 oder 573110 entgegen oder jede andere Polizeidienststelle.
berlin.de (Bilder und Vido), tagesspiegel.de, berliner-zeitung.de, morgenpost.de

\ SPORT /

Neuköllnerin will zur Deutschen Meisterschaft schwimmen. Am Donnerstag versammeln sich Deutschlands beste Schwimmer in Berlin zu den nationalen Meisterschaften. Mit dabei die 17-jährige Leonie Kullmann von der SG Neukölln. Und sie ist in Form. Bei den Jahrgangsmeisterschaften siegte sie vor Kurzem bei vier Starts vier Mal – über 100, 200, 400 und 800 Meter Freistil. Ihr größter Erfolg war bislang die Olympia-Teilnahme 2016 in Rio. Doch von wegen „Dabei sein ist alles“. Als sie sich in Rio zwischen all den Schwimmstars wiederfand, habe sie realisiert, „dass es das noch nicht gewesen sein kann. Ich habe gesehen, was ich alles noch besser machen kann. Das war eine riesige Motivation für die nächsten vier Jahre.“
morgenpost.de

Neukölln, dachten sich manche am Tresen, da wird er nicht glücklich. Er werde wiederkommen, verkündete er, oder zumindest versuchen, ab und an mal vorbeizukommen. Ein frommer Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen wird, glaubten einige, während sie mit ihm anstießen. Leute aus Neukölln, so waren sie überzeugt, Leute aus Neukölln besuchen nur einmal Wedding. Das tun sie, wenn sie mal was erleben wollen, ihren Kiez verlassen und eine Reise unternehmen. Danach kehren sie wieder zurück und erzählen, dass es da woanders ganz nett gewesen sei, aber zuhause sei es doch viel schöner.
Der Weddinger Autor Robert Rescue berichtet von einem anderem Kontinent, er berichtet von Neukölln.
neues-deutschland.de

\ STADTLEBEN /

Wer in Neukölln eine Wohnung sucht…: Bei „Notes of Neukölln“ im „Neuköllner“ geht es diese Woche um die Wohnungssuche. Die Preise sind unbezahlbar, die Suche langwierig. Ob es hilft, Zettel an Laternenmasten und Hauswände zu hängen weiß man nicht. Kuriose Funde darunter gibt es allemal, zum Beispiel dieses Fundstück: „Er (Betrüger, 30 Jahre alt) raucht wie ein Schlot und hat täglich hysterische Schreikrämpfe. Sie (Räuber, 20 Jahre) schlägt ihren Freund und verspielt ihr beider Hartz IV bei totobet. Wir sind böse, unfassbar laut und zahlen nie unsere Miete, weshalb wir schnellstens ein neues Zuhause in Neukölln suchen.“
neukoellner.net

68 und die Folgen – Diskussion in der Neuköllner Oper: Welche Impulse hat der 2. Juni 1967 für die heutige Gesellschaft gesetzt? Fragen wie diese waren am Samstagabend Thema der Podiumsdiskussion in der Neuköllner Oper, moderiert von Tagesspiegel-Redakteur Gerd Nowakowski. Es war ein Treff der Generationen. Vertreter der 68er-Bewegung waren Hans-Christian Ströbele, der Grünen-Bundestagsabgeordnete, und Lutz Taufer, Ex-Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF). Auf dem Podium saß auch der 60-jährige Schriftsteller Ulrich Peltzer. Die jüngere Generation vertraten Constanze Kurz und die Autorin Anna Catherin Loll. Einen Ausführlichen Bericht des Tagesspiegels finden sie hier:
tagesspiegel.de

Rassismus im Schwuz?. Im Nachgang der „Beyoncélicious“-Party am Pfingstsonntag hagelt es viel Kritik an den Securitykräften, die den Einlass regeln. Ein reglrechter Shitstorm brach auf Facebook los.  Der Auslöser: Mehrere schwarze Frauen wurden nicht reingelassen mit der Begründung ‚Die Party ist nicht für euch heute‘.  Entsetzt von dem Shitstorm, der sich  im Netz zusammenbraute, ist auch Florian Winkler-Ohm, einer der beiden Geschäftsführer des „Schwuz“. Seine  Erkenntnis nach einem Gespräch mit den Türstehern:  eine Gruppe von sieben Leuten sei an der Tür abgewiesen worden, weil sie in der Schlange zu laut waren und nicht auf die Bitten, leiser zu sein, eingegangen waren. Winkler-Ohm sucht nun aber den Dialog mit den Betroffenen. Einige hätten sein Gesprächsangebot auch bereits angenommen.
tagesspiegel.de

en passant – Ausstellung von Alice Baillaud: Unser Leben ist ständig in Bewegung und als Ganzes eine Art flüchtige Durchreise. Die Künstlerin Alice Baillaud widmet sich dieser Vergänglichkeit unseres Daseins und fragt nach dem, was bleibt. Ihre Monotypien loten den Grenzbereich zwischen Traum und Realität, zwischen Erinnerung und Vergessen aus: Die Figuren, die von Passanten in der U-Bahn inspiriert sind, erscheinen mal als deutliche Silhouetten, mal als sich auflösende Schatten. In der Ausstellung werden außerdem Bauillauds magische Traumschachteln, die Boites a rêves gezeigt: dreidimensionale Leuchtkästen mit romantischen Landschaften oder rätselhaften Interieurs, in denen sich intime Geschichten erahnen lassen – voller Poesie und doch unheimlich. Vernissage ist am 16. Juni, 18 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 27. August im Saalbau Neukölln zu sehen.
berlin.de

Wo Mut die Seele trägt. Die Autorin Nahid Shahalimi erzählt beeindruckende Lebensgeschichten voller Stärke und Zuversicht. Montag, 19. Juni, 19 Uhr, Volkshochschule Neukölln, Kurt-Löwenstein-Haus, Karlsgartenstr. 6, Raum 008 berlin.de
Theatertreffen der Grundschulen: Theatergruppen Berliner Grundschulen zeigen Stücke wie „Ein Sommernachtstraum“, „Jim Knopf“ oder „Jamie Blond“. Noch bis zum 30. Juni in der Regel um 10 Uhr im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, der Lisa-Tretzner-Schule bzw. im Heimathafen Neukölln. Das Programm finden Sie hier: ntt-g.com
Berlin Film Nights. Wer die Neuköllner Kult-Serie 4Blocks lieber in Gesellschaft erleben möchte, kommt am Mittwoch in die Grießmühle. Gezeigt werden Open Air die Episoden 5 und 6. 21:45 Uhr, Grießmühle, Sonnenallee 221. mobilekino.de
Techno Türken: Im Rahmen der Kiezdisko im Schwuz. Samstag, 17. Juni, 23 Uhr, Schwuz, Rollbergstraße 26. schwuz.de

Und wir glauben an den Sommer. Wir können ihn nicht sehen, aber er sieht uns. Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf neukoelln-journal.de erledigen.

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