KW 37: Moschee verklagt Verfassungsschutz, Berlin-Nigeria-Connection, Verprügelt des Kreuzes wegen

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Liebe Leser, die offene Gesellschaft ist bisweilen schwer auszuhalten. Besonders für Fundamentalisten und Extremisten. In Neukölln wurde ein Mann verprügelt, weil er ein Kreuz um den Hals trug; eine Frau erhielt Schläge, weil sie in einem Geschäft neben Kopftüchern auch Dessous anbot. Wer die Antwort auf diese religiöse Gewalt allerdings in politischer Gewalt sucht, begibt sich auf einen Pfad, der in die Unfreiheit für Alle führen dürfte. Die echte Alternative heißt immer noch Diskussion, Austausch und Aufklärung. Ist aber leider sehr anstrengend. Viel Spaß beim Lesen!

\ NEUKÖLLN AKTUELL /

Moschee verklagt Verfassungsschutz. Der Verein Neuköllner Begegnungsstätte e.V. (NBS) will mit seiner Klage gegen das Landesamt für Verfassungsschutz vor dem Verwaltungsgericht erreichen, aus den Verfassungsschutzberichten der Jahre 2015 und 2016 gestrichen zu werden. Damit hat der Verein die Ankündigung rechtlicher Schritte wahr gemacht, die seit einiger Zeit auf der seiner Webseite zu lesen sind.  In den beanstandeten Berichten weist der Verfassungsschutz auf Verbindungen der NBS zur „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ hin, die als führende Organisation von Anhängern der radikalen Muslimbruderschaft gilt. presseportal.de

Schleuserbande: Die Berlin-Nigeria-Connection. Anfang der Woche wurden bundesweit, an 40 Standorten Razzien durchgeführt. Im Visier war eine Schleuserbande mit Hauptsitz in Berlin. Wohnungen in allen Bezirken wurden durchsucht, die meisten in Neukölln (zehn Objekte). Kerngeschäft war das Organisiern von Scheinehen mit europäischen Frauen mit Männern aus Afrika, die dann im Zuge der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union nach Deutschland einreisen konnten. Passdokumente und Arbeitsverträge wurden oftmals gefälscht. bz-berlin.de

Gemeinsame Sache in Neukölln. Auch in Neukölln wurden vergangene Woche „gemeinsame Sachen“ gemacht. Der tagesspiegel hat die schönsten Aktionen zusammengefasst. tagesspiegel.de
Gildergalerie: Zettel in Neukölln. Mehr oder weniger lustige Zettel im Bezirk, abfotografiert und in eine Klick-Strecke gepackt. Kann man machen. tagesspiegel.de

Jeder trägt sein eigenes Kreuz. Und mancher wird dafür verbrügelt. So etwa ein 23-Jähriger Montagnacht am Bahnhof Neukölln. Zwei Männer waren an ihn herangetreten und deuteten auf seine Halskette, an der ein Kreuz hing. Warum er Christ sei, hätten die beiden sinnlos nachgefragt, dann nach dem Symbol gegriffen, es von der Kette gerissen und zu Boden geworfen. Es folgten mehrere Faustschläge in das Gesicht des mutmaßlichen Christen. Dann wurde das Opfer festgehalten und mit einem scharfen Gegenstand verletzt. Die armen Seelen flüchteten. berlin.de/polizei

Juwelier ausgeraubt. Am Donnerstagabend betrat ein Mann das Geschäft am Mariendorfer Damm und ließ sich durch den Ladeninhaber beraten. Kurze Zeit kam ein maskierter Mann hinzu. Der Juwelier konnte noch den Alarm auslösen, sei dann aber von dem vermeintlichen Kunden mit Reizgas attackiert worden. Der Maskierte betrat während des Gerangels die hintere Räumlichkeit des Geschäfts. Der wehrhafte Goldschmied konnte im Gerangel dem Räuber das Pfefferspray entreißen und besprühte ihn damit. Im Verlauf der weiteren Auseinandersetzung soll das Opfer Tritte und Schläge gegen den Kopf erhalten haben. Beide Männer flüchteten im Anschluss, stiegen in ein wartendes Fluchtauto und fuhren in Richtung Buckower Chaussee davon. Eine Zeugin beobachtete die Flucht und konnte der Polizei das Kennzeichen und den Fahrzeugtyp übermitteln. Von Einsatzkräften der Polizei wurde das vermutliche Tatfahrzeug später in der Eisnerstraße aufgefunden. berlin.de/polizei

Nur ganz kurz lustig: Polizeihubschrauber mit Laserpointer blenden. Ein Junge aus Neukölln hat Ärger. Der 13-Jährige zückte am frühen Sonntagmorgen seinen grünen Laserpointer und zielte damit auf einen Hubschrauber der Polizei. Die Besatzung machte ihrerseits ein Foto des Lichtsignals und ermittelte daraufhin die Wohnung. In derselben Nacht klopften Beamte an die Wohnungstür des Jungen und beschlagnahmte den Laser. morgenpost.de

Die Freiheit der Anderen aushalten. Die freie Gesellschaft birgt Hürden und Probleme für jeden von uns. Für streng gläubige Muslime ist es beispielsweise schwer zu akzeptieren, dass andere weniger verklemmt sind. Eine vollverschleierte mutmaßliche Konvertitin hat es nicht geschafft und ist gewalttätig geworden. Sie attackierte eine arabischstämmige Verkäuferin, weil in der Auslage des Geschäftes neben Kopftüchern auch Dessous präsentiert wurden. Während sie auf die Geschäftsfrau einschlug, konnte diese unter dem verrutschten Nikab blonde Harre und eine Halstätowierung erkennen. morgenpost.de

\ SPORT /

Wolfgang Böhme wird neuer Trainer für die erste Männer-Mannschaft des TSV Rudow. Der gebürtige Wolfener (Sachsen-Anhalt) gilt als einer der besten deutschen Handballer aller Zeiten und trainiert ab der kommenden Saison den Fünftligisten. Auf Anfrage des Handball-Abteilungsleiters des Vereins, Bernd Konrad, hat sich der 67-Jährige zu diesem Schritt bereiterklärt. Eigentlich wollte er mit Handball nichts mehr zu tun haben und die letzten zwölf Jahre in der Schweiz verbracht, wo er als Lehrer arbeitete.   tagesspiegel.de

\ ZAHL DER WOCHE /

120 Mieter, vorwiegend aus Neukölln und Kreuzberg, haben sich zusammengeschlossen und einen offenen Brief an mehrere Politiker des Senats verfasst. Sie sorgen sich um die steigenden Mieten und Gentrifizierung. neues-deutschland.de

\ STADTLEBEN /

Sechstes Neuköllner Country & Folk Fest. Im Gutshof Schloss Britz treffen sich 24 Solokünstlerinnen, -künstler und Bands und spielen von mittags bis in den Abend hinein eine Mischung, die für die Fans dieses breit gefächerten Genres Vielfältiges zu bieten hat. Neben bewährt klassischen Countrystyles gibt es schräg avantgardistische Folkbands, gute alte Americana Musik bis hin zu aktuellen Folkloreklängen aus Südeuropa, dem Balkan und dem Nahen Osten. Neben typischen Vertreter des Countrygenres werden auch Bands spielen, die den Begriff “Country und Folk” etwas weiter fassen. Samstag, 16. September ab 13:30 Uhr. berlin.de

Herbstfest in der August-Heyn-Gartenarbeitsschule. Mit Führungen, Kinderprogramm, Markt und lecker Würstchen. Freitag, 15. September und Samstag, 16. September. berlin.de
Tekknozid: Oldschool Rave. Raven wie 1995. Samstag, 16. September, 21 Uhr in der Griessmühle. griessmuehle.de

Wir wünschen Ihnen eine Woche mit angenehmen Zwischentönen. Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf neukoelln-journal.de erledigen.

Wir leben in dauernder Sorge, wie lange und unter welchen Bedingungen wir noch in unseren Kiezen wohnen können.
Zitat aus dem offenen Brief von Mietern aus Neukölln und Kreuzberg, den sie an Politiker des Senats richten.
neues-deutschland.de

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